Die elektromagnetische Wechselwirkung

Die elektromagnetische Wechselwirkung: Sie wird von den Menschen wahrgenommen: als Magnetismus, elektromagnetische Wellen, Durchdringung, Durchleuchtung. Sie ist von unendlicher Reichweite, hält die Moleküle und Atome in Bewegung. Ihr Austauschteilchen ist das Photon. 
Verschränkung: Zwei Photonen, polarisiert und geprägt durch ein Filter, sind sich verbunden, Teilchen für alle Zeit und im unendlichen Raum. Sie sind Ursache von fremd erzeugten Schwingungen der Seele, von Liebe, Trauer und Schmerz auf Dauer.  
Gedichtform: Der gestaute Rhythmus.
 
Die elektromagnetische Wechselwirkung
  
Was war es nur, was mich in jener Zeit so schmerzte, 
so tief in meiner Brust und konnte nicht entkommen, 
ich sah nicht mehr der Blumen Pracht,  
verstand nicht, wenn man scherzte, 
war stets nur wie im Schlaf benommen, 
hab schnell geweint und selten nur gelacht. 
 
Was war es, was in später Zeit mich an dich denken ließ 
und jedes Mal, wenn ich dein Bild erfasste, 
mit Traurigkeit aufs Neu bedachte, 
war’s Mangel gar, war’s Hoffnung, die Erinnerung verhieß – 
war’s nur, dass jene Schwermut mich belaste, 
und meiner Stimmung traurig-schöne Sehnsucht brachte? 
 
Auch heute noch, nach vielen Jahren, 
wobei dein Bild ist längst verblasst, 
spür ich den Schmerz auf gleiche Weise, 
wie damals, als wir just erfahren, 
dass Leben nicht nur Freud verpasst, 
seh deine Tränen, wie sie kullern leise.
 
Zwei Kinder, noch im Windelalter, die Tag für Tag auf engem Raum 
gemeinsam gespielt, gelacht, geschlafen haben, 
wurden getrennt, weil an der Zeit, 
vorbei der Tanz der bunten Falter, vorbei ihr unbeschwerter Traum, 
vorbei die Zeit, da sie sich Händchen gaben, 
vorbei, vorbei! Zur Trennung nicht bereit. 
 
Nie wird er je verschwinden der Schmerz in meiner Brust, 
Nie werde ich vergessen, was meine Seele hat geschunden, 
zu schmerzlich war die Zeit, 
nur schwer werd ich den Mut mehr finden zu einer neuen Lust. 
Sie sind nicht verheilt, sind nur vernarbt, die Wunden; 
bleiben erhalten bis in die Ewigkeit der Zeit.  
 
Ach, kleines schönes Mädchen mit den blonden Locken, 
hast so viel Fröhlichkeit verströmt, 
konntest mit glockenhellem Lachen, 
trotz Schmerz zu einem Lächeln immer uns verlocken, 
aufs Neue mit der Welt versöhnt, 
halfst, neue Kräfte zu entfachen.
 
Noch räsoniert in meiner Brust der Kern, 
ein Target wohlvertrauter Schwingung, 
gedämpft, doch stets bereit, aufs Neue zu erklingen, 
lässt fühlen dich, ob nah, ob fern, 
wie zwei Photonen in Verschränkung, 
klingt eines an, erneut zur Resonanz wir schwingen.
 
Du warst der Kontrapunkt in meinem jungen Leben, 
mein Gegenpol, und bist es für mich immer noch, 
ich fühle dich, als wärst du da, 
wenn auch in weiter Ferne, verspür ich dieses Beben, 
wenn Traurigkeit befällt dich wie ein Schwarzes Loch.
Verschränkt wie zwei Photonen, bleib ich dir immer nah.
 
Aus Virtuelle Verrückungen (c) ALEPH-Consulting GmbH Verlag, (Leseprobe)